No more Bullshit-Bingo: Einfach ist gut

Auszug aus dem Buch „Leserfang – Produktiver schreiben und fesselnder formulieren mit Methoden aus dem NLP und der Hypnose“

Ich denke, dass wir das Detailwissen unserer Leser oft überschätzen und nicht schlecht beraten sind, ihnen Dinge ganz einfach zu erklären – so als wären sie sieben Jahre alt. Ich weiß, dass dies so gar nicht unseren gesellschaftlichen Konventionen entspricht: Wir lernen in unserer Gesellschaft früh, dass komplizierte Insider-Sprache ein Indiz für hohen Status ist. Professoren, Mediziner, Werbeagenturen und Unternehmensberater drücken uns mit ihrem unverständlichen Jargon in den Niedrigstatus. Wir sind die Doofen, wenn wir ihre Codes nicht dechiffrieren können. Wer genau hinhört, merkt bald, dass hier mitunter Bullshit-Bingo gespielt wird: Die immer gleichen Fremdwörter und Anglizismen tauchen auf, egal, wie der Kontext ist und ob es auch eine allgemeinverständliche deutsches Wort dafür gibt. Was transportiert USP (ausgeschrieben: Unique Selling Proposition) anderes als Alleinstellungsmerkmal? Nichts, es gibt keinen Bedeutungsunterschied, es ist 1:1 übersetzbar.

Zum Glück wachen immer mehr Menschen auf und drehen den Spieß um: Wenn du es mir nicht mit einfachen Worten erklären kannst, dann bist du doch nur ein Blender. So denken immer mehr Menschen, vor allem, wenn es um die eigene Gesundheit oder das eigene Unternehmen geht. So bitten sie ihren Arzt, Diagnose und Therapie ohne lateinische oder altgriechische Vokabeln zu erklären. Oder den angeheuerten Unternehmensberater oder Werbeagenten, die Konzepte ohne Fachchinesisch zu präsentieren. Für uns bedeutet das: Die Darstellung der eigenen Dienstleistung sollte so allgemeinverständlich wie möglich sein. Die Kunst besteht nämlich darin, komplexe Dinge einfach darzustellen – nicht umgekehrt.

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