Der Jo-Jo-Effekt im Marketing

Wir Menschen haben die zerstörerische Neigung, Vorsorge als Luxus zu sehen. So reagieren wir meistens erst dann, wenn es spät ist und teuer wird. 

Die Paartherapie ist ein Paradebeispiel. Meistens witzlos, weil das Kind schon in den Brunnen gefallen ist. Allerdings ist nicht die Therapieform das Problem, sondern das Timing. Die Entscheidungen sind schon getroffen – manchmal vielleicht auch nur unterbewusst.

Im Grunde könnte man also auch ein Eis essen gehen, es hätte einen ähnlichen Effekt auf den Erhalt der Beziehung. Ich überspitze hier natürlich. 

Diese Tendenz kann man auch bei Gesundheitsthemen sehen. Tatsächlich ist ja leider auch das Gesundheitswesen darauf aufgebaut: Die Krankenkasse zahlt in der Regel erst, wenn die Probleme sich körperlich manifestieren

Sogar unsere Ernährung handhaben wir so. Richtig interessiert sie uns erst, wenn die Badehose kneift oder eine Krankheit diagnostiziert worden ist. 

Warum picke ich mir gerade diese Themen raus, wo ihr Sex-Appeal doch begrenzt ist?  

Ihr habt es vielleicht schon erraten: Mit dem Marketing ist es ähnlich. Leider. 

Neulich habe ich mit einem Interessenten telefoniert, der mich über Google gefunden hatte. Nach dem Gespräch habe ich einen Spaziergang gemacht und mich hat die Erkenntnis nicht losgelassen, dass auch dieses Kundengespräch ein mir bekanntes Muster aufweist.

Dieses Telefongespräch ist jetzt eine Woche her und ich glaube, das Muster nun benennen zu können: Der Einfall, etwas in Sachen Marketing zu unternehmen, kommt meistens spät. Zum Beispiel wenn der Umsatz „plötzlich“ eingebrochen ist oder der Markt sich verändert oder die konventionelle Werbung nicht mehr funktioniert. 

Leidensdruck motiviert nun zum Handeln. Aber nur kurz. Zu kurz. So als würde man sich eine Strandfigur wünschen und darum eine neue Diät ausprobieren. Für ganze fünf Tage. „Verdammt, hat gar nichts gebracht!“ 

Wieder im alten Verhalten gefangen, erleben wir den Jo-Jo-Effekt live und in Farbe.

Eigentlich wissen wir alle, dass es nicht darum geht, die perfekte Diät zu finden. So wie es nicht darum geht, die perfekte Marketing-Maßnahme zu finden. Beides gibt es nämlich nicht. 

Was wir finden müssen, ist eine langfristige Perspektive, die zu uns passt. 

Viel wichtiger als der Marketingkanal, die Taktik oder das Budget ist die Frage, ob wir uns ernsthaft vorstellen können, die angepeilte Strategie über mehrere Monate und Jahre umzusetzen. Energisch. Erbarmungslos. Emotionslos. 

Ich habe Kunden, für die blogge ich seit Jahren. Jeden Monat aufs Neue. Irgendwann – und es ist wie Magie – tritt der Zinseszins-Effekt ein. Die Saat geht auf. Der Reifeprozess ist abgeschlossen. 

Dann ziehen diese Unternehmen in den Suchmaschinen an vielen vorbei, manchmal sogar an den ganz Großen. Der stete Tropfen hat den Stein tatsächlich ausgehöhlt.  

Die hingegen, die ihr Marketing nur sporadisch betrieben haben, stehen nicht besser da als vorher. Um Erfahrungen reicher, um Werbebudgets ärmer, aber in der Regel nicht besser im Ranking oder der Relevanz. 

Ich behaupte: Im Marketing ist die Haltung der entscheidende Erfolgsfaktor. Marketingkanäle ändern sich, Marketingstrategien ändern sich, Marketingleiter ändern sich. 

Was aber bleibt, ist die richtige Einstellung: lieber kontinuierlich mit kleinen Schritten dem langfristigen Ziel entgegen steuern, als drei Wochen mit Vollgas zu fahren und dann sieben Monate gar nichts zu tun… 

Auf dieser Seite kannst Du mehr über meine kreative Marketingberatung erfahren: Marketingberatung in Köln und weltweit

Copywriter, Köln: Schreibprozesse (3)

In dieser Rubrik findest Du Anekdoten und Anschauungen aus dem Leben eines Copywriters in Köln. Heute versuche ich mich zum dritten Mal, dem “creative process” anzunähern.  

Als Kind habe ich meine freien Nachmittag auf dem Bolzplatz verbracht. Der Bolzplatz war ein Biotop, in dem ich mich heimisch und herausgefordert gefühlt habe. Jeden Tag bot sich die Gelegenheit, meine Technik zu verfeinern. Das Gefühl, in einem spielerischen Lernprozess zu stecken, war aufregend und Balsam für das Selbstwertgefühl.

Was macht ein Copywriter eigentlich?

Ich bemühe diese Kindheitserinnerung, weil ich gemerkt habe, dass es für mich mit dem Schreiben vergleichbar ist. „Writing is rewriting“ ist eine Feststellung, die ich als Copywriter zu 100% unterschreibe.

Khaled Hosseini relativiert es etwas: „Writing for me is largely about rewriting.“ Auf dem Bolzplatz haben wir an manchen Tagen einfach nur Elfer geübt. Hunderte von Elfern. Das war nicht geplant, es hat sich situativ, „aus dem Spiel heraus“, so ergeben.

Bei manchen meiner Aufträge als Copywriter geht es darum, einen einzigen, essentiellen Satz zu finden. Einen Slogan für ein Unternehmen oder ein Titel für ein Buch. Wenn ich anfange, Ideen dazu zu notieren, kann es passieren, dass ich Seiten fülle mit Entwürfen, die ich am Ende alle wieder streiche.

Es ist wie damals beim Kicken: Immer wieder einen neuen Anlauf nehmen, immer wieder versuchen, den Ball ins Tor zu bekommen.

Copywriting im Flow-Zustand

An guten Tagen entsteht in solchen Stunden ein Gefühl von Flow, wie es der Autor Mihaly Csikszentmihalyi beschreibt. Flow ist für mich ein selbstvergessener Zustand, in dem Zeit und Raum kaum noch greifbar sind. Es kann „glücklich machen“, immer neue Varianten und Ansätze zu denken und niederzuschreiben. 

Wenn ich einen Vorschlag dazu machen darf: Sobald dein Gehirn beginnt, stürmisch zu werden, lege dein Smartphone in ein anderes Zimmer, logge dich bei Facebook aus und lasse dich treiben. Versuche, deinem inneren Kritiker „das Maul zu stopfen“ und achte nicht auf Stil, Rechtschreibung oder sachliche Richtigkeit.

Spiele einfach weiter, spüre wie das Trikot schweißnass wird, die Fußsohlen anfangen zu brennen und dein Gehirn kaum noch fähig ist, analog und kohärent zu arbeiten. Kick it like Beckett!

Die Frage, ob das Produzierte brauchbar ist, kannst Du erörtern, wenn der Sturm in deinem Gehirn sich wieder gelegt hat…

Christian Schmid I Copywriter in Köln und weltweit I 0221 – 97 61 25 03

Warum der Begriff „freier Texter“ zu kurz greift

Freier Texter und Werbetexter sind als Begriffe zu „eng“

Ich hadere schon seit langer Zeit mit den Begriffen freier Texter und freier Werbetexter. Da sie für die meisten Kunden die relevanten Suchbegriffe sind, ist auch meine Website auf diese Begriffe optimiert. Natürlich möchte man bei Google gut gefunden werden! Nichtsdestotrotz merke ich immer wieder, dass sowohl freier Texter als auch freier Werbetexter nur einen Teil der Wirklichkeit abbilden. Ein Beispiel: Ich erhalte einen Anruf von einem  Unternehmen, das seine Produkttexte neu geschrieben haben möchte. Auf den ersten Blick genau die richtige Anfrage für einen Werbetexter!

Ein freier Texter in Köln bei der Arbeit

Als freier Texter und Werbetexter ist man ein Allrounder

Google, Social Media, Positionierung: alles mit im Mix

Nach ein paar Fragen stelle ich fest, dass diese Produkttexte auch bei Google besser gefunden werden sollen. Ich frage also nach den Keywords. „Die kennen wir nicht genau“, erhalte ich zur Antwort. An dieser Stelle wäre also erst einmal eine Keyword-Recherche angezeigt. Nicht der klassische Job für einen Werbetexter. Im weiteren Verlauf stellt sich heraus, dass man nicht bestimmt sagen kann, was das Alleinstellungsmerkmal des Unternehmens ist. Ohne Alleinstellungsmerkmal können wir allerdings nicht an der Positionierung arbeiten, ohne klare Positionierung kann ich meine Zielgruppe nicht bestimmen. Wenn ich meine Zielgruppe nicht beschreiben kann, kann ich meine Werbetexte oder Webtexte auch nicht auf diese abstimmen. Es ist immer besser, für eine klar umrissene Personengruppe zu schreiben, als für die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik.

Mehr als „nur“ ein freier Texter

Am Ende des Gespräches äußert der Kunde dann noch den Wunsch, auch eine Facebook-Seite einrichten zu wollen. Auch dabei kann ich helfen, auch wenn es der Begriff Texter nicht unbedingt vermuten lässt. Dies sind einige der Gründe, aus denen ich so ungern sage: „Guten Tag, mein Name ist Christian Schmid und ich arbeite als freier Texter in Köln.“ Denn aus einer Anfrage für einen freien Texter wird schnell eine Marketingberatung!

Christian Schmid I freier Texter in Köln und weltweit I 0221 97 61 25 03

Ist jeder Mensch kreativ? Muss ich Kreativität überhaupt einkaufen?

Kreativität ist „the place to be“

Kreativität ist gerade verdammt chic. Das Silicon Valley glänzt mit seinen Innovationen, in jeder zweiten Stellenanzeige werden Mitarbeiter mit dem Attribut „kreativ“ gesucht und sogar die Politik versucht mit Förderprogrammen auf den Zug aufzuspringen.

Immer wenn etwas auf dem Arbeitsmarkt attraktiv – oder vermeintlich attraktiv – ist, wächst ganz schnell ein sekundärer Marktplatz mit Trainingsprogrammen, Online-Kursen, Büchern und „Impulsvorträgen“.

Jeder Mensch ist kreativ! Wirklich? Jeder?

Die Prämissen, die auf diesem Marktplatz gehandelt werden, lauten: Jeder Mensch ist kreativ! In dir schlummern ungeahnte Potentiale, die du nur freilegen musst!

Diese Thesen sind absurd. Es sei denn, man definiert Kreativität als die Fähigkeit, Gedanken zu haben und basale, menschliche Probleme zu lösen. Wir alle erkennen kreative Leistungen intuitiv, wenn wir zum Beispiel eine gute Netflix-Serie schauen.

Romantisieren bringt uns nicht weiter

Es gibt Menschen, die sind nicht sonderlich kreativ. Punkt. Da ist nichts begraben. Genauso wie es Menschen mit zwei linken Händen gibt. Oder Menschen, die einfach kein Ballgefühl haben. Die Liste lässt sich leicht fortsetzen.

Warum sollten wir das romantisieren? Warum sollten wir uns von einem Wunschdenken leiten lassen, dem Wissenschaftler und die eigene, unverklärte Beobachtung widersprechen?

Eine Geschäftsidee kommt selten allein

Investiere in Profis, denn es zahlt sich aus

Ich gehöre zu den Menschen mit zwei linken Händen. Es ist besser geworden, seit ich häufiger mal einen Schraubendreher in die Hand nehme und Dinge selber repariere.

Trotzdem sehe ich klar meine Grenzen und weiß, dass es Menschen gibt, die ein Projekt, das mich zwei Stunden kostet, in einer Viertelstunde erledigen. Auch am Ergebnis sehe ich den Unterschied an Talent und Geschick.

Bei kreativen Projekten ist es genauso. Aus diesem Grund lohnt es sich einfach, in kreative Profis zu investieren!

Startup! 33 Guerilla Geschäftsideen

Gute Geschäftsideen kommen oft beim KaffeeDie 3 häufigsten Fragen zu „Startup! 33 Guerilla Geschäftsideen“: 

  1. Kann ich diese Geschäftsideen einfach so nutzen? Ja, sie sind mit der Veröffentlichung frei verwendbar.
  2. Warum hast du diese Geschäftsideen nicht selber umgesetzt? Bei manchen fehlen mir die Skills, bei anderen das Team und bei wieder anderen die „richtige Persönlichkeit.“
  3. Warum nennst du sie Guerilla Geschäftsideen? Weil sie in der Regel dem Grundmotto „Konzept schlägt Kapital“ folgen. Viele erfordern überhaupt kein Startkapital.

Der kann uns ja viel erzählen! Was sagen denn die Experten über dieses Buch?

deutsche startups
Startup Valley

Stellst du in dem Buch „Startup! 33 Guerilla Geschäftsideen“ 33 erfolgreiche Geschäftsmodelle vor oder sind es Geschäftsideen, die noch nicht umgesetzt worden sind?

Die 33 Geschäftsideen sind NOCH nicht umgesetzt worden, bisher existierten sie nur in meinem Kopf bzw. auf meinem Rechner. NEIN, dieses Buch ist keine Analyse von erfolgreichen Startups oder eine Vorstellung subversiver Entrepreneure.

Sind diese Geschäftsideen nicht vom Urheberrecht geschützt?

Nein, mit der Veröffentlichung am 09.09.2017 sind diese Geschäftsideen und auch die Namen für die jeweiligen Produkte und Unternehmen frei verwendbar. Einzig die Texte im Buch unterliegen – wie immer – dem Urheberrecht. Sie dürfen also nur nach ausdrücklicher Genehmigung ganz oder teilweise veröffentlicht werden.

Was bringt mir denn eine gute Geschäftsidee überhaupt? 

Eine gute Geschäftsidee ist kein Garant für Wohlstand, aber im besten Fall der erste, wichtige Schritt zu finanzieller Unabhängigkeit. Es gibt vor allem keinen schnelleren Weg zu  finanzieller Freiheit, als das Gründen eines eigenen Unternehmens.

Sind die vorgestellten Geschäftsideen „ready to eat“?

Die Konzepte sind skizziert, es gibt Eckpunkte und einen Plot. Aber es muss auch noch Arbeit in die Ausgestaltung gesteckt werden. Wenn dich eine Idee fesselt und Du dich selbständig machen möchtest, solltest Du irgendwann anfangen, diese weiterzuspinnen. Dazu gehört wahrscheinlich Recherche, eine Marktanalyse, Überlegungen zu den Finanzen etc.

Woher kommen diese Geschäftsideen? Sind die alle auf deinen Mist gewachsen?

Bis auf eine Idee („Sound of the City“) sind tatsächlich alle auf meinen eigenen Mist gewachsen. In meiner Arbeit als freier Texter und Kommunikationsberater darf ich oft hinter die Kulissen schauen. Ich komme im Alltag mit vielen verschiedenen Unternehmen, Startups, Gründern und Kreativen zusammen. Neue Ideen zu finden, zu entwickeln und zu bewerten ist wesentlicher Teil meiner Arbeit. Irgendwann habe ich angefangen, diese Ideen systematischer zu notieren. In diesem ständig wachsenden Ideenpool waren auch immer wieder Geschäftsideen. Gründen hat mich immer schon interessiert und ich probiere selber laufend Geschäftsideen nebenher – als Side Business – aus. Ehrlich gesagt sind viele Einfälle schon am nächsten Tag nicht mehr so prickelnd; diese landen dann im Mülleimer. Der Weg zu guten Ideen ist gepflastert mit schlechten Ideen! Einige bleiben also haften, halten auch einem nüchternen Blick, mit etwas zeitlichem und emotionalem Abstand, stand. Diese habe ich dann im Laufe eines Jahres ausformuliert und bearbeitet. Das Resultat ist die vorliegende Sammlung von 33 Guerilla Geschäftsideen.

Was ist denn genau Guerilla an diesen 33 Geschäftsideen?

Ich lehne mich mit diesem Begriff, genau so wie bei unserem letzten Buch „Guerilla SEO“,

an das Guerilla Marketing an. Das Grundkonzept, zumindest bei den meisten der 33 Geschäftsideen: Mit minimalem finanziellem Einsatz starten und dadurch beweglich bleiben. Dadurch auch in der Lage zu sein, mehrere Geschäftsideen nacheinander durchzuprobieren. Auch das ist eine Erfahrung, die ich erst selber machen musste: Wir Menschen sind einfach richtig schlecht darin, einzuschätzen, was uns (dauerhaft) zufrieden macht. Daher müssen wir es wohl oder übel darauf ankommen lassen und es ausprobieren. Anders geht es leider nicht. Wer allerdings bereits mit 20.000 Euro in den Miesen steckt, der wird nicht die Muße haben, nochmal eine neue Geschäftsidee auszuprobieren. Für mich steht Guerilla auch für eine Haltung: Agil, weltoffen und improvisierend. Konventionen hinterfragen und nicht so viel auf Status und Statussymbole geben.

Wenn jetzt tausend Leute dieses Buch kaufen und einige von ihnen anfangen, diese Geschäftsideen umzusetzen, machen wir uns dann nicht gegenseitig Konkurrenz?

Das ist eine gute Frage. Theoretisch könnte es bald mehrere Guerilla Gärtner geben. Ich glaube aber nicht, dass dies sonderlich schädlich wäre. Selbst in nur einer Stadt ist bestimmt Platz für mindestens zwei Guerilla Gärtner und es gibt ja genügend Städte in Deutschland und Europa… So gibt es ja auch mehrere Anbieter für Miet-Vespa-Roller (einer der Geschäftsideen, die ich aus dem Buch wieder rausgenommen habe, weil mir die Wirklichkeit zuvorgekommen ist). Zudem sind bei vielen Geschäftsideen spezielle Skills wie zum Beispiel Landschaftsgärtnerei oder ein erprobtes, außerordentliches Verhandlungsgeschick erforderlich. Das passt einfach nicht zu jedem. Und dann ist da noch der Weg, den wir gehen müssen, um aus einer Idee einen Plan zu machen. Zwischen der Begeisterung für eine Geschäftsidee und deren Umsetzung liegen viele kleine Schritte, die nicht jeder bereit sein wird zu gehen. Jeder von den Gründern, die den Mut haben, eine der Ideen umzusetzen, wird es natürlich etwas anders ausgestalten. Da spielen dann wieder Persönlichkeit, Geschmack, Vorerfahrung und Kontext eine Rolle. Erster oder Einziger zu sein ist übrigens historisch gesehen nicht unbedingt ein Vorteil.

Warum hast Du diese Geschäftsideen nicht einfach selber umgesetzt, wenn sie so gut sind?

Haha, ja, diese Frage höre ich immer wieder. Tatsächlich gibt es Guerilla Geschäftsideen, die es nicht ins Buch geschafft haben, weil ich sie irgendwann selber umsetzen möchte. Warum aber sollte ich Ideen horten, die nicht zu mir, meinen Skills oder meinem Kontext passen? Ich habe beispielsweise kaum Gastro-Erfahrung, würde mir also nicht zutrauen, eines der gastronomischen Konzepte in dem Buch professionell umsetzen zu können. Ein Gastronom aber, der sich gerne mit einem Restaurant selbständig machen möchte und noch nach einer originellen, zündenden Idee sucht, findet in dem Buch vielleicht eine Antwort. Die Veröffentlichung hat aber auch egoistische Gründe: Die vorgestellten Produkte und Dienstleistungen würde ich selber gerne nutzen können!

Ich interessiere mich für eine Existenzgründung. Woher weiß ich, ob die vorgestellten Geschäftsideen praktikabel und vor allem lukrativ sind?

Ehrlich gesagt, habe ich mich beim Punkt „Investition“ (einer der Bulletpoints bei jedem Steckbrief im Buch) bewusst zurückgehalten. Alle, die schon mal einen Business Plan geschrieben haben, kennen die typischen Fallstricke, die eine Kalkulation und Finanzplanung mit sich bringen. Nach dem Motto: It’s an educated guess but it is still a guess! Auf jeden Fall erfordert eine Kalkulation eine gründliche Analyse des Umsatzpotentials, eine Menge Recherche beim Pricing, eine Wettbewerbsanaylse etc. Diese Schritte bin ich nicht gegangen. Wer sich für eine der Geschäftsideen begeistert und daraus einen Startup oder eine Selbstständigkeit machen möchte, wird sich natürlich tiefer mit diesen Themen beschäftigen wollen. Ich persönlich sehe Existenzgründung und Unternehmensgründung aber eher amerikanisch. Der beste Businessplan ist Makulatur, wenn die Wirklichkeit nicht so will wie der Plan. Um mit Mike Tyson zu sprechen: „Everyone has a plan till they get punched in the mouth.“ Meines Erachtens ist der beste Indikator für Umsatzpotential der zahlende, nicht mit mir befreundete Kunde. Daher sollte man so früh wie möglich Testballons steigen lassen und zahlende Kunden finden. Ein wichtiger Punkt: Zahlende Kunden, nicht lobende Freunde. In der Rubrik „Nächste Schritte“ auf dem Steckbrief findest Du daher meistens Ideen dazu, wie und wo Du deine Testballons fliegen lassen kannst…

Die allermeisten Ideen sind Guerilla, d.h. es ist nicht viel Startkapital nötig, und oft können wir am Anfang der Existenzgründung auch durch Tauschgeschäfte (Beispiel: Tausche meine Dienstleistung XY gegen Webdesign) viel Geld sparen.

Ist es nicht besser, selber auf eine gute Geschäftsidee zu kommen, als sie sich aus einem Buch zu holen?

Diese innere Stimme kenne ich sehr gut. Für einen Kreativen ist Kreativität immer auch Identität. Wir sind stolz auf unsere (guten) Ideen, nicht umsonst gibt es so viele Streitereien beim Urheberrecht. Aber auch hier befinden wir uns in einer gesellschaftlichen Entwicklung. Creative Commons, die Share Economy – das sind Mega-Trends, die genau in die entgegengesetzte Richtung gehen. Vielleicht kennt jemand das Zitat vom vielzitierten Albert Einstein: „The secret to creativity is knowing how to hide your sources.“ Die Vorstellung, dass unsere Ideen in einem luftleeren Raum entstehen, ist – milde gesagt – überholt. Wir sind immer inspiriert und beeinflusst von unserer Umgebung. Die Frage ist eigentlich nur, wie bewusst wir uns dessen sind. Austin Kleon hat ein wunderbares Buch mit dem Originaltitel „Steal Like An Artist“ dazu geschrieben.

Wer weiß, vielleicht liest jemand eine der Geschäftsideen in diesem Buch und kommt über eine Assoziationskette auf eine neue Idee… Wie auch immer der Prozess abläuft, wir leben in einer komplett vernetzten Welt und Inspiration ist am Ende ein mysteriöser Prozess, bei dem es auf jeden Fall hilft, weltoffen und wohlwollend zu sein. Daher habe ich persönlich auch keine Angst vor Ideenklau. Wer kreativ ist, kann immer wieder neue Ideen produzieren. Kreativität ist eine unerschöpfliche Ressource.

Muss man nicht Geschäftsfrau sein oder BWL studiert haben, um als Entrepreneur erfolgreich sein zu können?

Ein Geschäftssinn kann sicher nicht schaden und auch ein BWL-Studium mag hilfreich sein. Allerdings sind Festanstellung und Rente historisch gesehen noch sehr jung. Auf nur etwas längere historische Sicht gesehen, sind Unternehmertum, Selbständigkeit und Startups der absolute Normalzustand. Manchmal können wir diese gesellschaftliche Situation auf Fernreisen noch sehen, ich denke da speziell an asiatische Länder. Ich wage also zu behaupten, dass wir evolutionär darauf eingestellt sind, unser eigenes Ding zu machen. Schule und Medien arbeiten allerdings mit Vehemenz daran, uns vom Gegenteil zu überzeugen. Diese Argumentationen sind in der Regel von Angst vor „Unsicherheit“ getrieben. Welche Mentalität haben die allermeisten verbeamteten Lehrer, die uns und unseren Kindern die Welt erklären? Wie wagemutig und unternehmerisch sind diese Meinungsmacher wohl? Die Antworten überlasse ich jedem selbst. Ich denke, dass jeder, der einen Freiheitsdrang verspürt und sich ohne Druck von außen motivieren kann, grundsätzlich das Zeug zum Entrepreneur hat. Natürlich gehören auch Skills dazu, aber Skills kann man in der Regel erwerben. Das Motto ist auf jeden Fall: Talk less, do more! Ich empfehle die Bücher von Günter Faltin in diesem Zusammenhang.

Ideen gibt es doch wie Sand am Meer. Was bringt mir eine deiner Geschäftsideen?

Eine beliebte These, die allerdings keiner Realitätsprüfung stand hält. Ich habe mich dazu ausführlich in meinem Vorwort geäußert. Was aber sicherlich zutrifft: Eiine Idee ist immer nur ein Anfang. Die in diesem Buch versammelten Geschäftsideen sind über Jahre entstanden und gereift. Für jede der veröffentlichten Ideen gibt es zehn, die es nicht ins Buch geschafft haben. Der Weg zu guten Ideen ist gepflastert mit miserablen Ideen. Aber Quantität verbunden mit selbstkritischer Analyse führt unweigerlich zu Qualität. Die Umsetzung einer Geschäftsidee erfordert einen Plan. Auch ein Plan ist am Ende eine Kette von Ideen, die wir in Handlung ummünzen müssen. Jedes Unternehmen oder neues Produkt beginnt also mit einer belastbaren Idee!

Was ist, wenn die Geschäftsidee bereits umgesetzt worden ist, zum Beispiel in einer anderen Stadt?

Das ist sehr gut möglich. Tatsächlich habe ich einige Geschäftsideen kurz vor der Publikation aus der Sammlung entfernt, weil ich aus der Presse erfahren habe, dass jemand dieses Unternehmen bereits gegründet oder dieses Produkt bereits auf den Markt gebracht hat. Wie weiter oben beschrieben halte ich persönlich das nicht unbedingt für problematisch, ich wollte dem Leser aber nur ganz „frische“ Ideen liefern. Trotzdem gilt: Die Welt ist groß genug!

Die meisten Startups schaffen es doch sowieso nicht, langfristig am Markt zu überleben. Lohnt sich eine Existenzgründung überhaupt? Sollte ich mir nicht lieber eine Festanstellung suchen?

Ein Startup oder eine Selbständigkeit ist sicher nicht für jeden. Wer vorwiegend an Sicherheit interessiert ist, für den mag eine feste Stelle das Richtige sein. Denn es stimmt, dass viele Startups noch nicht mal die ersten drei Jahre überstehen. Andererseits ist die „Upside“ enorm. Ein erfolgreiches Startup kann dich schneller reich machen, als jede Festanstellung es in 50 Jahren schaffen wird. Für manche liegt das Augenmerk aber nicht auf dem Geld allein. Sein eigenes Ding zu machen, sein eigener Chef zu sein – das sind Beweggründe, die sich nicht unbedingt in Euro aufwiegen lassen. Wenn Du dir also deine eigenen Werte anschaust, siehst Du ziemlich schnell, ob eine Existenzgründung das richtige für dich ist. Wer bei Entscheidungen in aller Regel das Risiko meidet oder generell lebensängstlich ist, der sollte wahrscheinlich kein Gründer werden. Ich meine damit aber nicht, dass ein Entrepreneur risikofreudig sein muss. Das ist ein Klischee. In der Tat schauen die meisten erfolgreichen Unternehmer, wie sie ihre Risiken minimieren können. Sie sehen aber auch, dass das Potential einer großartigen Geschäftsidee soviel größer ist als jede Festanstellung. Der Spatz in der Hand bleibt immer nur ein Sperling, egal wie schön wir ihn uns reden.

Woran erkenne ich, ob eine der Geschäftsideen in dem Buch wirklich zu mir passt?

Am Ende kannst Du das natürlich nur selber wissen. Ehrlichkeit sich selber gegenüber ist wichtig, auch um im Geschäftsleben glaubhaft zu sein. Ein guter Indikator ist meiner Meinung nach, zu prüfen, ob man in die Richtung, in die die Geschäftsidee geht, schon mal aktiv war. Ein Beispiel: Wenn ich mich von Berlim, Berlim angesprochen fühle, aber noch nie im Verkauf oder in der Gastronomie gearbeitet habe, sollte ich mich fragen, warum das so ist und ob genau dieses Geschäftsmodell das richtige für mich ist. Auch meine Hinweise auf die Gründerpersönlichkeit und die Skills, die in jedem Steckbrief enthalten sind, kann man Ernst nehmen. Wer nicht kontaktfreudig ist, der kann natürlich trotzdem Entrepreneur werden, aber vielleicht nicht gerade in der Gastronomie. Oder sie sollte jemanden als Geschäftsführer einstellen und sich selber im Hintergrund halten. Schon Sokrates hat gesagt: „Erkenne dich selbst!“ Es gibt so viele verschiedene Sorten Eis, nicht jeder muss Vanille und Schokolade mögen.

Ich habe bereits ein Unternehmen. Kann mir das Buch trotzdem etwas bringen?

Ich denke schon. Manche der Geschäftsideen eignen sich perfekt als Add-On. Gegen den Strom wäre zum Beispiel ideal für eine Werbeagentur, die noch nach einem coolen Alleinstellungsmerkmal sucht. Fuck you very much! für einen mutigen Konditor oder Chocolatier und Finanzberatung für Kreative natürlich für einen Finanzberater. Es gibt noch weitere Ideen im Buch, die sich perfekt dazu eignen, das eigene Business auszuweiten oder neu zu denken.

Welche Funktion haben die Tags oben auf den Seiten?

Die Tags sind Schlagwörter, die das Suchen von speziellen Geschäftsideen erleichtern sollen. Wenn mich zum Beispiel besonders Projekte interessieren, die mit „Familie“ zu tun haben, dann kann ich das im Suchfeld eingeben und gelange so schneller zu den relevanten Geschäftsideen.

Gibt es Bücher, die Du Leuten empfehlen kannst, die sich für eine Geschäftsidee entschieden haben und sich als Entrepreneur versuchen möchten?

Als erstes fällt mir da die „4-Stunden-Woche“ von Tim Ferris ein, und ein gutes Begleitbuch voller faszinierender Case Studies dazu ist „The 100 Dollar Start-Up“ von Chris Guillebeau. „Kopf schlägt Kapital“ und „Wir sind das Kapital“ von Günter Faltin finde ich auch sehr nützlich. Es ist zwar weniger pragmatisch, motiviert aber dazu, Konventionen für das zu sehen, was sie sind: Gewohnheiten. Und Gewohnheiten und gewohnte Sichtweisen zu hinterfragen, kann sehr gewinnbringend sein. Ich meine das nicht nur bezogen auf eine große Geschäftsidee, sondern auf eigentlich alle Dinge, die das Unternehmertum mit sich bringt.

Ich interessiere mich für eine Existenzgründung, bin aber momentan noch in einer Festanstellung. Ist dieses Buch für mich?

Manche der Geschäftsideen sind sicherlich Full-Time, andere können aber auch „nebenbei“ gestartet werden. Side Hustle nennt man das auch neudeutsch. Manchmal ist es wahrscheinlich sogar besser, erst einmal einen Testballon zu starten, bevor man sich 100%ig an ein Konzept bindet. Gründen kann man also auch in Teilzeit!

Kann ich die Guerilla Geschäftsideen einfach aus dem Buch übernehmen?

Ja, die in dem Buch vorgestellten Geschäftsideen sind frei. Wer Lust hat und motiviert ist, kann sie umsetzen. Viel Erfolg damit!

Hier noch die Liste der Namen der 33 Guerilla Geschäftsideen:

AlltagsZen App
Berlim, Berlim
Beschwerdemanagement
Creativity Gym
Dirty Hairy
Finanzberatung für Kreative
Fotoshop
Fuck you very much!
Fünf Freunde
Gegen den Strom
Happy Parents App
Höhle der Pandas
IKE Alphas
Kabeltrommler
Kaffee & Klassiker
Kistenweise
Little Richard
Lonely Kiosk
Meilenmeister
MultiKüchli
Nach Hausherrenart
One World Kitchen
Profi Profiler
Rent a Negotiator
Rolle des Lebens
School of Selling
Serien Shirt
Smell me if you can
Sound of the City
Sprachbutler
Taste of Heimat
The Guerilla Gardening Guy
Underground Guide

Werbetexte: 7 Dinge, die man seinen Texten NICHT antun muss

Um die eigenen Werbetexte für Webauftritte, Broschüren, Briefe etc. attraktiver zu machen, kann man einiges anstellen. Hier ist eine Checkliste von sieben typischen Fehlern, die man vermeiden sollte, wenn man Werbetexte selber schreibt. Die Checkliste kann man sich zum Beispiel auf den Schreibtisch legen, um sie beim Schreiben immer griffbereit zu haben. So kann man oft mit wenigen „Maßnahmen“ den Stil verbessern, bevor man die Werbetexte in Druck gibt. Hier nun also sieben Dinge, die wir dem armen Werbetext nicht antun müssen:

  1. Ellenlange Sätze formulieren. 20 und mehr Wörter sind ab und an nicht zu vermeiden, sollten aber die Ausnahme sein. Kurze Sätze sind freundlicher und bringen mehr Klarheit ins Denken.
  2. Mit der Annahme schreiben, dass jeder Leser ein Experte ist. Wer verständlich schreiben möchte, schreibt schlichte Sätze. So wie Hemingway.
  3. Auf Teufel komm raus Synonyme benutzen. Es gibt kein Gesetz, das verbietet, dasselbe Wort im Text mehrfach zu benutzen. Aus einem Lehrer muss im Laufe des Texts nicht zwingend ein Pauker oder Pädagoge werden.
  4. In Sprachklischees verliebt sein. Wir alle haben den Silberstreifen am Horizont und das Licht am Ende des Tunnels so oft gesehen, dass wir schon fast blind davon geworden sind.
  5. Adjektive stapeln. Die laue Sommernacht muss nicht auch noch verheißungsvoll werden. Manchmal muss sie nicht einmal lau sein. Adjektive sollte man zählen wie Kalorien beim Abnehmen.
  6. Anglizismen streuen. Manchmal ist ein englischer Begriff treffender, keine Frage. Aber hoch dosiert ist das so kosmopolitisch wie Privatfernsehen informativ ist.
  7. Zum Lachen in den Weinkeller gehen. Seriös ist nicht gleich humorbefreit. Lachen hält auch Texte jung.

Werbetexte für alle, die mehr Geschäftserfolg wollen

Wenn Du Lust hast, noch tiefer in das Thema „Werbetexte“ einzusteigen, könnte ein Textcoaching das Richtige für dich sein. Als freiberuflicher Werbetexter kann ich dir da gut weiterhelfen. Wenn Du dich dafür interessierst, wie Du deine Werbetexte mit NLP auch noch psychologisch und neurologisch aufwerten kannst, schaue doch mal hier.

Mit dem Monkey Mind zu mehr Ideen

Manchmal kann man nicht ausmachen, wo die eigenen Ideen herkommen. Sie fliegen einem einfach „in den Kopf“. Es passiert bei der Massage, während einer Zugfahrt, kurz vorm Einschlafen. Jeder kennt wahrscheinlich typische Situationen, in denen die kreativen Säfte fließen.

Was aber können wir anstellen, um auf Knopfdruck kreativ zu sein? Wie kann ich mit Vorsatz auf neue Ideen kommen? In diesem Beitrag soll es genau darum gehen.

Ich glaube felsenfest daran, dass Ideen neue Ideen befruchten. Kreativität ist ansteckend wie gute Laune oder ein Virus.

Vielleicht kennst Du diese Situation: Ein entspannter Abend mit Freunden, ein paar Drinks, jemand kommt mit einer Geschäftsidee um die Ecke und schon wird das große Rad gedreht. Die Ideen sprudeln, man kommt kaum zu Wort.

Geht so ein Brainstorming auch, wenn ich solo bin? Wie kann ich den viralen Effekt der Kreativität für mich nutzen?

Ganz wichtig ist dabei die innere Einstellung: Gefragt ist eine freundliche, dankbare Haltung gegenüber den eigenen Ideen. Das klingt esoterisch, vielleicht auch etwas banal, ist aber wirklich zentral. Sobald mein „Nervensystem“ in eine kritische, abwehrende Haltung geht, blockiere ich mich selber für den Ideenfluss.

Folgen wir meiner Arbeitshypothese, dass Ideen neue Ideen produzieren, sollten wir uns in Situationen begeben, die ideenreich sind.

Wir wäre es zum Beispiel mit einem Besuch in einem Museum für zeitgenössische Kunst, der Lektüre der Autobiografie von Richard Branson oder einer halben Stunde Shark Tank schauen?

Sobald wir spüren, dass uns eigene Ideen kommen, gilt es, alle Einfälle zu notieren. Ohne Erbarmen. Ohne Wenn und Aber. Das ist vielleicht die einzige „Technik“, die ich als universell ansehe.

Wenn Du nichts anderes aus diesem Artikel ziehst, dann ist es dies: Schreibe dir JEDE Idee SOFORT auf. Nicht „gleich, wenn ich zu Hause bin“ oder „nachher im Büro“. Das verbraucht nur unnötig Speicherplatz im Gehirn.

Ein anderer Weg, mehr Einfälle zu generieren, ist Tiefenentspannung. Tiefenentspannung können wir durch Autogenes Training, Yoga, Atemtechniken, ein Schaumbad oder auch Ausdauersport erlangen. Im Grunde ist es egal, wie wir in diesen Zustand gelangen.

Ich mag es zum Beispiel, mich auf dem Boden oder Sofa hinzulegen und für zehn Minuten nach und nach den Körper zu entspannen. Hierzu gibt es viele verschiedene Techniken und ihr könnt schöne Anleitungen dazu auf YouTube finden.

Wir können die Entspannungsphase instrumentalisieren, indem wir uns vorher einen Auftrag erteilen. Eine Frage könnte beispielsweise sein: „Wie kann ich mehr Ideen produzieren?“ Unser Unterbewusstsein wird sich im entspannten Zustand auf die Suche nach Antworten machen.

Aus der Meditation kennen vielleicht einige den Begriff „Monkey Mind“. Wenn wir wie oben beschrieben vorgehen, machen wir uns diese wilde mentale Energie zunutze. Wir geben dem Äffchen einen Auftrag und er springt von Ast zu Ast – nun begeben wir uns in die Beobachterposition und schauen, ob etwas Brauchbares dabei ist.

Auch bei dieser Methode ist es natürlich ratsam, Notizbuch und Stift griffbereit zu haben. Denn wie wir es aus Träumen kennen, verblassen die Erinnerungen sehr schnell.

Noch mehr Inspiration zu diesem Thema findet ihr auf dem Nein2Five-Podcast.

Raus aus dem Kopf, rein ins Leben!

Was das Reisen angeht, bin ich ein Snob. Sightseeing ist absolut nicht mein Ding. Ich sitze lieber in einem Café und schaue dem alltäglichen Treiben zu. Oder ich lasse mich selber treiben und entdecke die Stadt per Pedes, Impulsen folgend.

Als ich vor einiger Zeit mit meinem Sohn in Paris war, drängte er darauf, den Eiffelturm zu besteigen. Pah, dachte ich, das ist doch voll der Touristennepp. Interessiert mich nicht.

Andererseits wollte ich dem Jungen seinen verständlichen Wunsch nicht abschlagen. Also reihten wir uns in die Schlange der internationalen Touristen und kraxelten rauf. Am Ende war ich derjenige, der gar nicht mehr runter wollte. Der Ausblick von den Plattformen ist einfach fantastisch!

Warum erzähle ich das?

Wir denken im Leben oft, dass wir genau wissen, was wir wollen, was wir mögen. Wir meiden Dinge, mit denen wir irgendwann schlechte Erfahrungen gemacht haben. Und leider haben wir die egozentrische Tendenz, diese Sichtweise auf die Welt zu projizieren.

Mit neuen Produkten, Marketingideen oder auch Geschäftsideen ist es ganz ähnlich. Es zählen nicht unsere Erfahrungen (Vergangenheit) oder unsere Meinungen (Spekulationen über die Wirklichkeit und die Zukunft). Das einzige was wirklich zählt, ist die Reaktion, die wir erhalten.

In der Eiffelturm-Anekdote: Das überraschend belebende Erlebnis, das ich ohne „den Druck von außen“ niemals gehabt hätte.

Ob eine Idee oder ein Produkt erfolgreich sein wird, entscheiden nicht wir in unserem Kopf. Denn niemand kann so etwas ernsthaft wissen oder vorhersagen.

Geschäftsideen kann man überall finden

Die Kunst besteht also darin, weniger auf unseren eigenen Narrativ und mehr auf das zu hören, was an uns zurückgesendet wird.

Um ein Marketing-Klischee zu bedienen: Letztlich muss der Köder dem Fisch schmecken und nicht dem Angler. Oder noch mal anders gesagt: Die einzige Meinung, die zählt, ist die des zahlungswilligen Kunden.

Die Moral dieser Geschichte? Im Zweifel „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ zum Bezugsrahmen machen, Dinge ausprobieren und genau hinschauen, wenn Impulse zurückkommen.

Vorurteile gegenüber Suchmaschinenoptimierung

SEO (Search Engine Optimization) ist nur etwas für Agenturen und kostet ein Vermögen! Das sind zwei Beispiele für typische Vorurteile im Bezug auf Webseitenoptimierung. Vielleicht hast auch Du eine Meinung zu dem Thema, die dich davon abhält, deine Website endlich für die Suchmaschinen zu optimieren? Dabei ist SEO im Netz die schlagkräftigste Form der Kundenakquise!

In dieser Podcast-Episode, die sich an alle Startups, Freiberufler, Kreative, Selbständige und Marketingmenschen richtet, sprechen Ruben und ich über Vorurteile, die es sich lohnt abzubauen. Weitere Podcasts findest du auf Nein2Five!

Marketingberatung durch die Hintertür

Meistens ist Werbetext der erste Berührungspunkt. Auftraggeber kommen mit ihren Texten für die neue Website nicht weiter. Der Stil gefällt nicht oder es fehlt noch eine stimmige Struktur.

Und was ist mit den Keywords und der Auffindbarkeit im Netz? Was am Anfang als ein „Feierabend-Projekt“ geplant war, wird am Ende zur stressigen Mammutaufgabe. In diesem Zustand rufen mich viele meiner Kunden an. Etwas entnervt, etwas frustriert.

Wenn ich dann Fragen stelle, steigt das Stresslevel noch weiter. Das ist nicht meine Absicht, ehrlich.

Meistens kommen nämlich dann Themen wie die Positionierung, Alleinstellungsmerkmale und Wunschkunden auf den Tisch. Themen, die auf den ersten Blick nicht so viel mit Werbetext und Suchmaschinenoptimierung zu tun haben. Themen, die eher eine philosophische und psychologische Natur haben.

Der Fragenkatalog kann lang sein: Was ist mit den Mitbewerbern, wie präsentieren die sich? Kenne ich „meine“ Keywords schon und habe ich sie auch ordentlich recherchiert? Weiß ich, wie viele Menschen „Yogalehrerin“ oder „Yogakurs“ im Monat suchen?

Gibt es vielleicht Alternativen zu diesen Keywords? Was sehe ich, wenn ich diese Keywords bei Google eingebe? Auf welcher Unterseite landen die Suchenden bei mir, wenn sie ein bestimmtes Keyword eingeben?

Wie spreche ich meine Besucher dort an? Mit welchem Gefühl sollen die Interessenten diese Unterseite wieder verlassen? Möchte ich einen Call to Action integrieren? Ein attraktives Angebot?

Welche anderen Unterseiten möchte ich dort verlinken? Was ist mit Fotos und Grafiken? Möchte ich Videos einbinden? Habe ich Social Media Kanäle, die ich bespielen möchte?

Wie ihr seht, ist diese Liste lang und in vielen Beratungssituationen noch länger. Mit jeder Antwort wird klarer, wohin die Reise gehen soll. Wir brauchen die Antworten auf diese grundlegenden Fragen als Fundament, auf dem wir unsere Marketingstrategie aufbauen können.

So wird aus einer Anfrage für Werbetexte schnell eine fundamentale Marketingberatung, die im besten Fall die Weichen für die nächsten Jahre stellt.