Raus aus dem Kopf, rein ins Leben!

Was das Reisen angeht, bin ich ein Snob. Sightseeing ist absolut nicht mein Ding. Ich sitze lieber in einem Café und schaue dem alltäglichen Treiben zu. Oder ich lasse mich selber treiben und entdecke die Stadt per Pedes, Impulsen folgend.

Als ich vor einiger Zeit mit meinem Sohn in Paris war, drängte er darauf, den Eiffelturm zu besteigen. Pah, dachte ich, das ist doch voll der Touristennepp. Interessiert mich nicht.

Andererseits wollte ich dem Jungen seinen verständlichen Wunsch nicht abschlagen. Also reihten wir uns in die Schlange der internationalen Touristen und kraxelten rauf. Am Ende war ich derjenige, der gar nicht mehr runter wollte. Der Ausblick von den Plattformen ist einfach fantastisch!

Warum erzähle ich das?

Wir denken im Leben oft, dass wir genau wissen, was wir wollen, was wir mögen. Wir meiden Dinge, mit denen wir irgendwann schlechte Erfahrungen gemacht haben. Und leider haben wir die egozentrische Tendenz, diese Sichtweise auf die Welt zu projizieren.

Mit neuen Produkten, Marketingideen oder auch Geschäftsideen ist es ganz ähnlich. Es zählen nicht unsere Erfahrungen (Vergangenheit) oder unsere Meinungen (Spekulationen über die Wirklichkeit und die Zukunft). Das einzige was wirklich zählt, ist die Reaktion, die wir erhalten.

In der Eiffelturm-Anekdote: Das überraschend belebende Erlebnis, das ich ohne „den Druck von außen“ niemals gehabt hätte.

Ob eine Idee oder ein Produkt erfolgreich sein wird, entscheiden nicht wir in unserem Kopf. Denn niemand kann so etwas ernsthaft wissen oder vorhersagen.

Geschäftsideen kann man überall finden

Die Kunst besteht also darin, weniger auf unseren eigenen Narrativ und mehr auf das zu hören, was an uns zurückgesendet wird. Um ein Marketing-Klischee zu bedienen: Letztlich muss der Köder dem Fisch schmecken und nicht dem Angler.

Die Moral dieser Geschichte? Im Zweifel „Ich weiß, dass ich nichts weiß“ zum Bezugsrahmen machen, Dinge ausprobieren und genau hinschauen, wenn Impulse zurückkommen.

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