Aus der schönen neuen Multiple-Choice-Welt

In seinem Buch „Anleitung zur Unzufriedenheit: Warum weniger glücklicher macht“ seziert der amerikanische Psychologe Barry Schwartz unsere Multiple-Choice-Gesellschaft. Für ihn ist die Wahl längst zur Qual geworden und er meint, dass es vielen Mitbürgern genauso geht. Wir wollten dieser Frage „im Mikrokosmos“ nachgehen. Ein Starbucks in Köln schien uns da ein gutes „Labor“ zu sein. Starbucks war der erste Coffee Shop, der eine sehr detaillierte Getränkekarte zu seinem Markenzeichen gemacht hat. Gefällt den Menschen das? Je mehr Optionen, desto besser?

Jetzt den vollständigen Artikel Allein in der Multiple-Choice-Welt in der Zeitschrift optic+vision lesen!

Christian Schmid I Texter in Köln und weltweit I 0221 – 97 61 25 03

Reisereportage aus Paraguay

Nach einer gefühlt anderthalbtägigen Flugreise kommen wir in Asunción, der grünsten Hauptstadt Südamerikas, an. Wir – das sind die beiden CBM-Mitarbeiterinnen Marion Körner und Jessica Otto, der Fotograf Siegfried Herrmann und ich. Die kundige Fundraiserin der Fundación Visión, Helmine Funk, holte uns vom Flughafen ab. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Rudi bringt sie uns ins Hotel. Vor dem Eingang steht ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes und begrüßt uns nickend. Er trägt eine Handfeuerwaffe. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob mich das beruhigt oder beunruhigt…

Die vollständige Reportage Mein Patient heißt Paraguay für die Zeitschrift CONCEPT jetzt herunterladen!

Die Reisereportage mit dem Titel Wieder ein Blinder weniger! (eine Fassung, die sich mehr am Endverbraucher orientiert und in der Zeitschrift AUGENLICHT veröffentlicht wurde) hier herunterladen.

Christian Schmid I Texter in Köln und weltweit I 0221 – 97 61 25 03

Reisereportage aus Paraguay

Nach einer gefühlt anderthalbtägigen Flugreise kommen wir in Asunción, der grünsten Hauptstadt Südamerikas, an. Wir – das sind die beiden CBM-Mitarbeiterinnen Marion Körner und Jessica Otto, der Fotograf Siegfried Herrmann und ich. Die kundige Fundraiserin der Fundación Visión, Helmine Funk, holte uns vom Flughafen ab. Gemeinsam mit ihrem Ehemann Rudi bringt sie uns ins Hotel. Vor dem Eingang steht ein Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes und begrüßt uns nickend. Er trägt eine Handfeuerwaffe. Ich habe mich noch nicht entschieden, ob mich das beruhigt oder beunruhigt..

Die vollständige Reportage Mein Patient heißt Paraguay für die Zeitschrift CONCEPT hier herunterladen!

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Reise ins Gerry-Weber-Land

Der ICE bringt mich bis nach Bielefeld, den Rest der Strecke bis nach Halle bummele ich mit einem Regionalzug. Man spürt schnell, dass man in „Gerry-Weber-Land“ ist: Es gibt eine eigene Haltestelle für das Gerry-Weber-Stadion und entlang der Zugstrecke zeigen Werbeflächen die 20. Gerry Weber Open 2012, das einzige deutsche ATP-Rasentennisturnier. Die wirtschaftliche Signatur, die das Unternehmen Gerry Weber in der Region hinterlässt, sehe ich, als ich vor der imposanten Firmenzentrale stehe.
Ich bin zu früh und frage mich zur Kantine durch, um noch einen Kaffee zu trinken. Es ist Frühstückszeit. So viele lächelnde Gesichter zu so früher Stunde sehe ich selten in Köln – außer vielleicht an Weiberfastnacht…

Das vollständige Interview Reise ins Gerry-Weber-Land in optic+vision jetzt herunterladen!

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Love Stories

Die Mini-Endverbraucher-Serie „Brillenträgerprofile“ begann mit Kurzportraits von Nerd-
Brillenträgern (OPTIC+VISION Edition 2-2012). In der Creative-Edition bringen wir die Fortsetzung. Unterwegs waren OPTIC+VISION Redaktionsleiterin Angela Mrositzki und Endverbraucherreporter Christian Schmid in Köln und Berlin…

Vorgeschmack auf eine Reportage für die Zeitschrift optic und vision Creative Edition 2012.

Vollständigen Artikel Love Stories in optic+vision Creative Edition jetzt herunterladen!

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Nerd-Brille gleich Flirt-Brille?

Nerd und Nerd-Brille sind zu Modewörtern avanciert. Aber sind die Menschen, die extravagante Brillen tragen, alle Mitglieder der digitalen Boheme? Der Endverbraucher-Reporter Christian Schmid begibt sich auf Spurensuche in Kölner Cafés, Boutiquen und Büros. Er möchte wissen: Warum hast Du genau diese Brille auf deiner Nase?

Vorgeschmack auf eine Reportage für die Zeitschrift optic und vision 02-2012.

Vollständigen Artikel Ist die Nerd-Brille am Ende eine Flirt-Brille von Christian Schmid jetzt herunterladen!

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Die Optik und die Kunst

Facebook hat viele Gesichter. Neulich stolperte ich über die Statusmeldung einer Kollegin, die offenbar ihre Fotografien bei einem Laden namens OPTION ausstellte. Und irgendwo in der Mitteilung fiel auch das Wort Augenoptik. Aha! Ich klickte mich durch ein paar facebook-Seiten und Websites. Langsam verzog sich der Nebel: Hier küssen sich offensichtlich Kunst und Kommerz. Werden hier die Augenoptikerin zur Teilzeit-Galeristin und die Künstlerin zur Dekorateurin? Ich griff zum Hörer. „Hallo Kirsten, ich habe deine Statusmeldung auf facebook gesehen. Ich glaube, darüber möchte ich etwas schreiben…“ Kirsten ist nicht abgeneigt. Sie erzählt von Organisationen, die als Schnittstelle zwischen Künstlern und Gewerbetreibenden fungieren. Es fallen gewiefte Namen wie Kunsttransit und Kulturzeiträume. Das klingt großartig. Oder sind das wieder solche im Netzwerkrausch ersponnenen Luftschlösser? Kirsten, die im Hauptberuf Kommunikationsdesignerin ist, winkt ab: „Ne, da passiert richtig viel. Das ist spannend und es ergeben sich sehr schöne Kontakte daraus.“ So hat sie dort auch Ulrike getroffen, der das Augenoptikfachgeschäft OPTION in Karlsruhe gehört. Die beiden zeigten ihre Fotografien auf der gleichen Ausstellung und kamen auf der Vernissage bei einem Glas Prosecco ins Plaudern. Kirsten und Ulrike haben sich beide von mir interviewen lassen…

Auszug aus einem Essay für die Zeitschrift optic und vision 01-2012.

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Was motiviert Kaufentscheidungen?

Auszug aus einem Essay für die Zeitschrift optic und vision 05-2011:

Ich mache einen Schnitt in meiner Recherche und lehne mich zurück. Ich merke, dass ich so etwas wie ein Resümee ziehen möchte. Was kann ich aus diesen Antworten ableiten? Fest steht: Die Entscheidung zwischen Brille oder Kontaktlinsen hat offenbar keine philosophische oder weltanschauliche Dimension. Es ist anscheinend die Summe von kleinen Annehmlichkeiten bzw. Unannehmlichkeiten, die zum Kauf des einen oder des anderen führt. Es sind erfreuliche oder unerfreuliche Alltagserfahrungen, die irgendwann eine Entscheidung in die eine oder andere Richtung motiviert haben. Vieles scheint auf der sinnlichen Ebene verhandelt zu werden. Der eine möchte sich nicht in den Augen rumpuhlen, die andere findet es lästig, im Winter ständig die Brille putzen zu müssen. So verschieden wie Menschen sind, so verschieden sind natürlich auch ihre Erfahrungen.

In der Zeit, in der ich für diesen Beitrag recherchiere, bin ich privat auf der Suche nach einem neuen Bett. Auch bei der Wahl der Matratze, sollte ich bald merken, spielt Körperwahrnehmung eine wichtige Rolle. Die faktischen Angaben zu Härtegraden und Liegezonen in den Katalogen waren interessant. Den Ausschlag gegeben hat aber das Gefühl beim Probeliegen. Müsste ich darüber schreiben, es beschreiben –
ich würde ins Straucheln kommen. Es ist eben so ein Körpergefühl, das mit Sprache kaum zu fassen ist. So, vermute ich, ist es auch vielen der Befragten ergangen. Sie alle hatten über die Jahre zig Einzelerfahrungen mit dem Produkt gemacht; diese sind allerdings nicht immer ganz leicht in Worte zu packen.

Drei Dinge scheinen mir nach etwas Überlegung tatsächlich tauglich für ein Fazit:

1.    Menschen (hier: Endverbraucher) sind komplexe Wesen
2.    Entscheidungen sind emotionale und sinnliche Angelegenheiten
3.    Eitelkeit spielt bei Kontaktlinsen eher die zweite Geige

Als Randnotiz noch diese Beobachtung: Fast alle Befragten begannen das Interview mit dem Vorwort: „Bei mir ist das eine etwas besondere Situation, weil…“. Dann wurde eine augenärztliche Diagnose angeführt, die für mich als Außenstehender meistens rätselhaft blieb. Es deutet wohl aber darauf hin, dass es den Regelfall in der Regel nicht gibt.

Meine Abschlussfrage in den kleinen Interviews: „Wenn du auf eine einsame Insel zögest, was würdest du mitnehmen: Brille oder Kontaktlinsen?“ Gisele kam sofort in den Sinn, dass Salzwasser und Sand nicht die besten Bedingungen für Kontaktlinsen sind. Auch Jenny würde sich aus praktischen und hygienischen Gründen für eine Brille entscheiden. Nach einigen Momenten des Überlegens sagt Gisele: „Ich glaube, es kommt letztlich darauf an, wie einsam die Insel ist!“ Ein wenig Eitelkeit ist also schon im Spiel.

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Die Globalisierung ist kein Ponyhof!

Auszug aus einem Essay für die Zeitschrift optic und vision 04-2011:


Oder passen Globalisierung, soziale Marktwirtschaft und Demokratie am Ende einfach nicht zusammen? So lautet ja offenbar die Kernthese des Harvard-Ökonomen Dani Rodrik, dessen Buch „Das Globalisierungs-Paradox“ sich genau dieses Dilemmas annimmt.

Vielleicht ist es an der Zeit, meinen Freund Mark anzurufen und ihn zu interviewen. Er begeistert mich sofort für eine Idee. Ich könne doch ein Experiment wagen: Ein Jahr lang „globalisierungsfrei“ leben! So ähnlich wie der Realo-Journalist aus London, der versucht hat, ein Jahr lang radikal-umweltfreundlich zu leben – und über seine alltäglichen Abenteuer natürlich ein Buch geschrieben hat. Wie sähe das aus? Ganz oben stünde vermutlich der Verzicht auf alles, was nicht aus der Region, in der man lebt, kommt. Gleichzeitig dürfte man wohl die Region, in der man lebt, nicht ohne guten Grund verlassen. Mal kurz mit dem Thalys nach Paris: Pustekuchen! Oder wäre das in Ordnung, weil es innereuropäisch ist? Wie so oft bei solchen Gedankenspielen kommt der Punkt, wo schwarz und weiß zu grau verschmelzen. Denn eine Frage drängt sich auf: Wo genau ziehe ich die Grenze?

Eine Sache möchte ich zu Protokoll geben: Ohne es ausprobiert zu haben, riecht die Sache von weitem ziemlich provinziell und lustfeindlich. Und kostspielig wäre es vermutlich obendrein auch. Viele kennen ja das „Automobilbeispiel“. Da kauft man ein deutsches Markenprodukt à la Volkswagen (allein der Name könnte globalisierungsfeindlicher kaum sein) und stellt bei genauem Hinsehen fest, dass viele Autoteile mitnichten „aus deutschen Landen“ sind. Oder die Bio-Gemüsekiste aus der Region, in der im Monat Januar Mandarinen liegen. Das ist nicht erfunden, das habe ich selber so erlebt. Je länger ich darüber nachdenke, desto klarer wird mir vor allem eins: Das Thema ist verdammt komplex. Und vermutlich verlockt gerade diese Komplexität dazu, Patentrezepte herbeizuwünschen. Unser Gehirn ist kein Freund von Komplexität. Es verursacht zuviel Stress. Mehr als sieben Informationen auf einmal und die Klappe geht zu.

Ich frage mich, warum ich mich in Diskussionen instinktiv meistens auf Seiten der „Globalisierungs-Anhänger“ schlage. Mir kommen wahrscheinlich zu viele Errungenschaften in den Sinn, die ohne das Internet (der eigentliche Wegbereiter der Globalisierung) nicht möglich gewesen wären. Skype ist so ein Beispiel. Wer erinnert sich noch, was für eine elitäre Nummer Videokonferenzen früher waren. Mein Gott, das war wie Golfspielen auf Madeira. Heute kann jeder Dahergelaufene (und ich meine das im positiven Sinn) mit seinen Freunden oder Geschäftspartnern in der ganzen Welt kostenlos telefonieren und sie dabei auch noch sehen. Das macht Kommunikation demokratischer und offener.

Christian Schmid I Texter in Köln und weltweit I 0221 – 97 61 25 03

 

Neuronale und soziale Netzwerke

… kam der Anruf aus der Redaktion. Ob ich mir vorstellen könne, ein kleines Essay über das Thema Netzwerke zu schreiben. Mit dem einen Unterschied, es mal durch eine andere Brille zu betrachten: Die elegante Brille der Neurowissenschaften. In der Neurowissenschaft gilt der Merksatz von Donald Olding Hebb: „Cells that fire together, wire together.“ Eine Übersetzung könnte lauten: „Zellen, die gleichzeitig feuern, verdrahten sich untereinander.“ Hebb gilt als Erfinder der Idee der neuronalen Netzwerke. Aha, da haben wir das Wort wieder! Jede gemeinsame Erregung von Nervenzellen verdrahtet deren Verbindung weiter und fördert damit die Informationsübertragung. Ist dies häufig genug geschehen, sprechen die Neurowissenschaftler von Bahnung. Als Analogie könnte man sich einen Pfad vorstellen, der durch unwegsames Gelände verläuft und mit jeder Benutzung durch Wanderer breiter und fester wird. Im Gegensatz dazu sind solche Pfade, die man selten benutzt hat, irgendwann zugewuchert. Ein anderes Bild könnte ein Fitness-Studio sein: Gut trainierte Muskeln erhöhen ihre Leistung. Gut befeuerte Nervenverbindungen erhöhen ebenfalls ihre Leistung. So funktioniert Lernen.

Was könnte uns also die neurowissenschaftliche Sichtachse beim Betrachten des sozialen Netzwerkens bringen – was ja heute allerorts als fulminantes Marketinginstrument gehandelt wird. Wenn wir die Gesetze der neuronalen Netzwerke auf die sozialen Netzwerke übertragen, müsste es doch bedeuten, dass unser alter Bekanntenkreis die gut markierten Pfade sind. Aus der Sicht eines Selbständigen oder Unternehmers: Die Bestandskunden sind verstopfte Autobahnen. Wie wäre es also mit einem Experiment? Was wäre, wenn wir an der nächsten Ausfahrt rausführen und über die Landstraßen juckelten. Schließlich verlassen wir die Landstraßen und kurven durch die Dörfer. Schaffen wir das überhaupt ohne Navigationsgerät? Sind wir dann einfach nur hoffnungslos verloren im Wirrwarr der Straßen mit Namen wie Ommerbornweg, Steinhauser Straße und Siegelberg? Oder stimuliert uns diese Art zu reisen am Ende…

Auszug aus einem Essay für die Zeitschrift optic und vision 02-2011.

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